Externe Evaluation


 

Vorgespräch

Am 05.02.2015 fand in der Mittelschule Terlan das Vorgespräch mit den Evaluatoren Udo Ortler und Klaus Niederstätter statt. Der Schulbesuch, welcher für den 24. Februar 2015 angesetzt wurde, wurde umfassend vorbereitet und organisatorische Fragen wurden geklärt. Zudem wurde ein Termin für die Rückmeldung des Berichts an den Schuldirektor, Dr. Wilhelm Prünster, vereinbart.
Nachfolgend Auszüge aus dem Rückmeldebericht der Evaluationsstelle an den Schuldirektor vom März 2015.
 

Ergebnis Fragebögen

Rücklaufquote Schüler/innen:

  • Grundschule:
95,4%
 
  • Die Kinder fühlen sich an der Schule (81% „trifft sehr zu") und im Pausenhof wohl.
  • Sie erhalten Hilfe, wenn es Streit mit Mitschülerinnen gibt.
  • Die Verhaltensregeln sind bekannt und die Lehrpersonen achten darauf, dass diese eingehalten werden.
  • Die Bewertung wird als gerecht empfunden, die Lehrpersonen besprechen die Fehler mit den SchülerInnen, schauen sich die schriftlichen Arbeiten an und geben Rückmeldung.
  • Mittelschule:
94,4%
 
  • Die SchülerInnen sind mit der Ausstattung und den Platzverhältnissen an der Schule mehrheitlich zufrieden.
  • Sie erleben die Lerninhalte für das spätere Leben als sehr bedeutend. Die Übungsphasen sind ausreichend.
  • Am Unterricht loben sie die Möglichkeit selbstständig zu arbeiten (46% „trifft sehr zu" und 46% „trifft eher zu") sowie die wertschätzende und respektvolle Behandlung durch die Lehrpersonen (47% „trifft sehr zu" und 38% „trifft eher zu").

Rücklaufquote Lehrer/innen:

  • Grundschule und Mittelschule:
79,6%
 
  • Im Unterricht werden von den Lehrpersonen verschiedene Methoden eingesetzt (55% „trifft sehr zu" und 43% „trifft eher zu").
  • Ebenfalls sehr hoch wird die Förderung von individuellen Begabungen und besonderen Fähigkeiten sowie das Stattfinden von fächerübergreifenden und überfachlichen Projekten bewertet, wobei hier die Antwort „trifft eher zu" mit jeweils 61% den höchsten Wert erhält.
  • Schlüsselkompetenzen werden trainiert (45% „trifft sehr zu" und 45% „trifft eher zu"), der Unterricht fördert die Auseinandersetzung mit dem schulischen Umfeld (26% „trifft sehr zu" und 58% „trifft eher zu"), die Mitgestaltung durch die SchülerInnen wird ermöglicht (32% „trifft sehr zu" und 53% „trifft eher zu") und schülergesteuerte Arbeitsphasen ergänzen den Unterricht (18% „trifft sehr zu" und 59% „trifft eher zu").
  • Ebenso werden aktuelle Themen aufgegriffen und die Regeln sind klar formuliert und bekannt (88% „trifft sehr zu" und 12% „trifft eher zu").

Rücklaufquote Eltern:

  • Grundschule und Mittelschule:
60,6%
 
  • Der Direktor (21% „trifft sehr zu" und 54% „trifft eher zu") und die Lehrpersonen (41% „trifft sehr zu" und 49% „trifft eher zu") sind für Anliegen der Eltern zugänglich.
  • Die Schulen sind für die SchülerInnen sicher zu erreichen und gebäudeintern ist die Orientierung leicht möglich.
  • Die SchülerInnen fühlen sich an der Schule wohl (50% „trifft sehr zu" und 44% „trifft eher zu").
  • Neben den fachlichen Kompetenzen wird auf die Persönlichkeit der SchülerInnen eingegangen (17% „trifft sehr zu" und 52% „trifft eher zu").
  • Die Fragen nach der Zufriedenheit mit der Vorbereitung auf die weiterführende Schulstufe und die Berücksichtigung der Schülerinteressen im Wahlangebot erhalten hohe Werte (56% bzw. 50% „trifft eher zu").
  • Die Schule arbeitet mit außerschulischen Partnern zusammen und gibt Unterstützung bei Klassenwechsel.

Schulbesuch

Unterrichtsbeobachtung Grundschule

  • Die Zeit für den Unterricht wird als Lernzeit genutzt und die Lehrpersonen haben den Überblick.
  • Die Atmosphäre ist entspannt, der Umgang wertschätzend und wohlwollend, Regeln sind bekannt und auf Störungen wird angemessen reagiert.
  • Im Unterricht kommt Anschauungsmaterial zum Einsatz und Rituale unterstützen den Ablauf.
  • Verschiedene, mitunter spielerische Methoden sowie musikalisch-darstellerische Aktivitäten bereichern den Unterricht und sorgen für Aufmerksamkeit und Abwechslung.
  • Die zeitlich angemessenen Übungsphasen festigen das Gelernte, Aufgaben am Computer ergänzen den Unterricht.
  • Die Lehrpersonen leiten und lenken den Unterricht durch klare Anweisungen, die SchülerInnen arbeiten aktiv mit und erledigen Arbeitsaufträge meist selbstständig und konzentriert.
  • Integrationslehrkräfte kümmern sich dabei um die Belange der SchülerInnen mit Unterstützungsbedarf.

Unterrichtsbeobachtung Mittelschule

  • Die Atmosphäre im Unterricht an der Mittelschule Terlan ist entspannt und angstfrei.
  • Bis auf wenige Ausnahmen ist Respekt zwischen den Lernenden und den Lehrpersonen spürbar.
  • Manchmal überwiegt ein „liebenswertes Chaos" und der Überblick kommt den Lehrpersonen abhanden - trotzdem folgen die SchülerInnen insgesamt meist aufmerksam den großteils gut vorbereiteten Ausführungen und Anweisungen der Lehrkräfte.
  • Auch melden sich die Jugendlichen bei Lehrerfragen relativ häufig zu Wort.

Interviews

Schülerinnen Grundschule

  • Die Bewertung wird als gerecht und je nach Lehrperson auch als transparent beschrieben, Aufholmöglichkeiten gibt es eher selten.
  • Die Schülerinnen fühlen sich an der Schule wohl, neue Mitglieder werden gut in die Gemeinschaft aufgenommen und integriert.
  • Bei Fragestellungen, Bedarf an Unterstützung und Problemstellungen können sich die Kinder an die Lehrpersonen wenden.
  • Das Schulklima wird insgesamt als gut beschrieben, manchmal gibt es kleinere Streitigkeiten, Mobbing kommt nicht vor.
  • Die Schule stellt für die SchülerInnen einen angstfreien Lernraum dar, das Mitspracherecht wird ihnen teilweise eingeräumt.
  • Je nach Schulstelle werden unterschiedlich viele Ausflüge mit abwechslungsreichen Inhalten organisiert, es gibt ein Sportfest.
  • Teilweise gibt es klassenübergreifende Projekte oder themenbezogene Zusammenarbeit zwischen den Schulstufen.
  • An einer Schulstelle äußern die SchülerInnen der oberen Grundschulklassen den Wunsch nach mehr Sportunterricht, an einer anderen Schulstelle gibt es in der Pflichtquote und im Wahlfach sehr viele Sportangebote.

Lehrer/innen

  • Schulinterne Fortbildungen werden zahlreich angeboten und auch gerne genutzt. Die Arbeitsgruppe Fortbildung sammelt Anregungen auf Sprengelebene und organisiert die Fortbildungen.
  • Ein Multiplikatorensystem ist nicht eingerichtet.
  • Es wird versucht bei Problemen gemeinsam mit den Eltern Lösungen zu finden. Nur bei besonderen Schwierigkeiten wird die Hilfe der Schulführungskraft in Anspruch genommen.
  • Klassenwiederholungen gibt es wenige und es wird versucht alle Schüler/innen in ihrer Entwicklung zu unterstützen.
  • Die wenigen SchülerInnen mit Migrationshintergrund sind gut integriert.
  • Es gibt eine Vielzahl von Projekten und Ausflügen. Auch die Themen im Wahlpflichtbereich sind sehr abwechslungsreich.
  • Dienstags findet verpflichtend die Planung der Lehrer statt.
  • Auch wird die Zeit vor Schulbeginn für Besprechungen genutzt.
  • Die Schule ist insgesamt gut ausgestattet.
  • Das Arbeitsklima und die interne Zusammenarbeit ist besonders in der Grundschule gut.
  • Die Lehrpersonen planen regelmäßig miteinander, viel Zeit wird für Organisatorisches benötigt.
  • Die konkrete Unterrichtsplanung fällt kurz aus.
  • Im Hauptsitz des Sprengels und den einzelnen Grundschulstellen herrschen unterschiedliche Bedingungen.
  • Es gibt keine gesamtschulischen Projekte.

Eltern

  • Die Kinder gehen gerne in die Schule, sie fühlen sich in der Klasse wohl.
  • In der Grundschule wird im Allgemeinen mehr auf die einzelnen Kinder eingegangen, als in der Mittelschule.
  • Die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrpersonen funktioniert an den Grundschulen gut, besonders bei Veranstaltungen.
  • Die Lehrer haben alles im Griff, die Schulpause (Obst) kommt gut an und das Essen in der Ausspeisung ist gut (GS Vilpian).
  • An der Mittelschule hingegen, sollten die Eltern in das Schulgeschehen mehr eingebunden werden.
  • Es wäre wünschenswert, wenn die Eltern untereinander mehr zusammenwachsen würden.
  • Auch könnte die Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrpersonen und SchülerInnen ausgebaut werden.
  • Die Schulführungskraft sollte von den Lehrpersonen vermehrt Verbindlichkeit einfordern; das Handeln der Lehrer müsste mehr kontrolliert werden.

Dokumentenanalyse

Homepage:

  • Die Homepage präsentiert den Schulsprengel und die einzelnen Schulstellen in ansprechender Weise.
  • Die Seiten der einzelnen Schulstellen sind unterschiedlich umfangreich gestaltet. Neben organisatorischen Informationen und Angaben zur pädagogisch-didaktischen Ausrichtung der Schule wird das aktive Schulleben abgebildet

Dokumente:

  • Die Globalurteile sind umfassend formuliert und in der 2. Person gehalten. Die Globalurteile sind wohlwollend und förderorientiert geschrieben.
  • Das Schulprogramm zeichnet sich durch umfassende und strukturierte Beschreibung aus. Im Teil „A" finden sich einschlägige gesetzliche Vorgaben ausführlich beschrieben, im Teil „B" Kriterien zur Bewertung und die Schulordnung der einzelnen Schulstellen. Im Teil „C" finden sich umfangreiche organisatorische Auflistungen aller Momente des Schulalltags.
  • Die Register im SSP Terlan folgen einer durchgehenden Systematik. Sie ermöglichen nachvollziehbar die Herleitung der vergebenen Semesternote. Es werden Beobachtungen zur Selbst-, Sozial- und Fach-/Lernkompetenz erhoben und fachspezifisch die einzelnen Kompetenzen aufgeschlüsselt.
  • Die gesichteten Register entsprechen den Ansprüchen eines Dokuments der öffentlichen Verwaltung.
  • Der Wahlpflichtbereich wird laufend überarbeitet und reflektiert - er ist umfangreich dokumentiert und zielt auf Differenzierung und sinnvolle Fördermaßnahmen ab.
  • Die „Schulcurricula" geben in weiten Teilen den Inhalt der Handreichungen des „BIB" wider. Beiliegend finden sich auch die Rahmenrichtlinien.
  • In den Jahresplänen der Klassenräte der Mittelschule findet sich eine Auflistung der Curricula nach Schuljahr und Fach. Einzelne listen Inhalte auf, andere beschreiben Kompetenzen.

Gesamteindruck

Bezug zum Qualitätsrahmen/Entwicklungsmöglichkeiten

Ausgangsbedingungen
  • Die Schule ist gut erreichbar, die Orientierung in den Gebäuden ist leicht möglich.
  • Das Schulareal stellt einen geschützten Bereich für die Kinder und Jugendlichen dar.
  • Die Ausstattung entspricht den Anforderungen (4) und ermöglicht die Umsetzung des Bildungsauftrages.
Lern- und Erfahrungsraum
  • Die Schule baut auf gute Beziehungen zwischen Lernenden und Lehrenden (11.1) und die Unterrichtsinhalte zur Vermittlung von Sach- und Fachkompetenzen beruhen auf einer bewussten Auswahl (5.2).
  • Im Bereich der Überfachlichen Kompetenzen könnte eine Schwerpunktsetzung im offenen, kreativen, nach Interessen und Neigungen organisiertes Lernen, eventuell auch über Fach- und Klassengrenzen hinweg, angedacht werden. Dies würde Raum für Selbsteinschätzung und Reflexion der Lernenden eröffnen und helfen, Selbstvertrauen aufzubauen (6.11 und 6.12).
  • Den Schülern wird mit Rat und Tat zur Seite gestanden, Leistungsgruppen sorgen für Individualisierung.
  • Die Wahlangebote fördern unter anderem die Personalisierung der Lernwege. Die Leistungsbewertung wird mehrheitlich als transparent erlebt und durchwegs als gerecht (8).
  • Lernformen/Lehrmethoden sowie der Einsatz von Medien stehen im Zusammenhang mit dem Unterricht. Weniger frontale Unterrichtssituationen könnten vermutlich die Schüleraktivierung und Übernahme von Verantwortung durch die Lernenden positiv beeinflussen und auf Lehrerseite Freiräume für individuelle Beratung und Beobachtung schaffen.
Schulkultur und Schulklima:
  • Über die grundlegenden Ziele und Werte der Bildungstätigkeit herrscht im Kollegium weitgehende Übereinstimmung.
  • Die Zusammenarbeit in den Lehrerteams und den Klassenräten funktioniert gut. Viele Angelegenheiten werden auf Klassenebene gelöst.
Schulführung:
  • Der Direktor ist laut Fragebögen zugänglich und disponibel (Eltern - 321 Nennungen: 21% „trifft sehr zu" und 54% „trifft eher zu"; Lehrpersonen - 67 Nennungen: 40% „trifft sehr zu" und 45 % „trifft eher zu").
  • In den Interviews wünschen sich einzelne Lehrpersonen gezieltere Unterstützung durch die Schulführung.
  • Einige der zehn interviewten Eltern sind der Meinung, dass der Direktor von den Lehrpersonen vermehrt Verbindlichkeit einfordern sollte. Deutlich ist das Mitwirken der Direktorstellvertreterin zu spüren.
Professionalisierung und Schulentwicklung:
  • Das Fortbildungsangebot an der Schule ist reichhaltig und wird von den Lehrpersonen genutzt (22).
  • Der Bereich Qualitätsmanagement und Evaluation ist ausbaufähig und könnte in der nächsten Zeit vermehrt in den Fokus gerückt werden. Neben den einschlägigen gesetzlichen Vorgaben könnten die Indikatoren im Qualitätsrahmen unter Punkt 21 als Anregung dienen und somit die Schul- und Unterrichtsentwicklung positiv beeinflussen.
Wirkungsqualitäten:
  • Die Schule erreicht gute fachliche, überfachliche und erzieherische Wirkungen (23) und den Lernenden eröffnen sich nach dem Abschluss gute Bildungs- und Anschlussmöglichkeiten (24).